Gamben, Hegenen, Variationen, Farben

Gamben, Hegenen, welche Nymphenfarbe fängt am besten?

Es ist noch gar nicht so lange her, da dachte man, dass es unmöglich sei, Felchen mit der Fischerrute, mit einer Gambe, Hegenen zu fangen, ganz einfach darum, weil man der Meinung war, dass Felchen reine Planktonfresser seien. Erst Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts stellte man mittels Untersuchungen von Mageninhalten fest, dass Felchen sehr wohl gröbere Nahrung zu sich nehmen. Man stellte fest, dass sie sich, je nach Gewässern, auf die dort vorkommenden Mückenlarven als Nahrungsquelle eingestellt haben. Durch die Artenvielfalt der Coregone und deren Verhalten bei der Nahrungssuche muss man erwähnen, dass es keine allgemeingültigen Regeln gibt und es an jedem See ein wenig anders damit ausschaut.

Folgendes Szenario hat wahrscheinlich schon fast jeder Felchenfischer einmal erlebt: Man sitzt nahe beieinander im Boot, der Nachbar fängt einen Fisch um den anderen und man selbst hat keinen Biss. Was für eine Nymphenfarbe hat der wohl, geht dann einem dann durch den Kopf …

Und fast immer hängt der Fangerfolg auch mit der richtigen Farbwahl der Nymphe zusammen.
 

Nur eines noch vorn weg, es wäre ein Märchen, wenn jemand behauptet, immer die richtige Farbwahl für die richtigen Umstände zu kennen, denn nicht nur die Jahreszeit, auch die Sichtigkeit des Wassers spielt eine wichtige Rolle. Aber es haben sich halt gewisse Farben zu den jahreszeitlichen Gegebenheiten herauskristallisiert und so tut sich der Anfänger vielleicht ein wenig leichter, sich im Farbendschungel zurechtzufinden.

Gamben, Nymphenfarbe im Frühjahr

Das Wasser ist im Frühjahr noch sehr klar, das Sonnenlicht kann noch gut bis in die tieferen Regionen des Sees vordringen, also können wir auf Nymphen mit Glitzerfaden guten Gewissens verzichten. Da sich die Felchen zu dieser Zeit noch fast ausschliesslich in Grundnähe befinden und dort die Zuckmückenlarven ihr Zuhause haben, ist die rote Nymphe auch mit die Fängigste.

Bei bewölktem Himmel, wenn wenig Licht in das Wasser fällt, kann man zu hellen (Glas)-Köpfchen greifen, um die Fangaussichten zu erhöhen. Weiteren Erfolg versprechende Farben im Frühjahr sind: Lila und blaue Muster.

Gamben, Hegenen im Sommer

Im Sommer haben sich in klaren Gewässern schwarze und braune Nymphen, die sehr nahe an den jetzt natürlich aufsteigenden Larven der Zuckmücken herankommen, die Nase vorn. Lediglich die lilafarbenen bringen immer noch auch den gewünschten Fangerfolg, jedoch fangen sie meist nicht mehr so gut wie im Frühjahr. Auf rote Nymphen gehen jetzt grösstenteils Egli und diverse Weissfische; Felchen fange ich im Sommer nur noch wenige mit roten Nymphen. Die Farben der Puppen sind meistens dunkel und daher fangen auch Nymphen in dunklen Farben wie schwarz, dunkelgrün, blau und dunkelrot in der Regel hervorragend. Aber auch Glitzerfarben reizen Felchen besonders an dunklen Tagen zum Anbiss.

Sollte im Sommer bei schlechtem Wetter und eventuell durch Regen das Wasser getrübt sein, sollte man dagegen auf „Reiznymphen“ zurückgreifen. Diese werden durch Glasköpfchen oder Glitzerfäden von den Felchen besser „gesehen“.

 

Gamben, Hegenen im Spätsommer/Herbst

Vielerorts suchen sich jetzt auch die Felchen ihr Futter in den Krautbänken im Gewässer. Die Stunden der Spezialnymphen und der grünen Farbe kommt jetzt.

In den Krautfeldern fressen sich jetzt die Felchen vor dem Laichgeschäft noch die nötigen Kraftreserven an. Wasserasseln, Wasserflöhe und dergleichen stehen jetzt fast täglich auf ihrem Speisezettel. Auch Nymphen, die sich hier aufhalten, haben oft grünliche Farben und dies sollten wir uns anspornen, unsere grünen „Modelle“ ins Wasser zu bringen, um uns eventuell eine kapitale Felche kurz vor Saisonende noch über den Kescher zu führen.

Das ganze soll nur ein kleiner Hinweis auf die richtige Farbwahl in der Felchensaison sein. Jedes Gewässer hat seine Eigenarten sowie Besonderheiten und Ausnahmen, bestätigen wir so oft die Regel!


Textquellen Helmut Kolm